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Forum » Diskussionen » Berliner Spielbetrieb » Offener Brief: 1 Spiel und 7 Karten
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Verfasst: 2014-11-12
sprawi1969
Themenersteller
Sehr geehrte Verantwortliche vom VVB, sehr geehrter Landesschiedsrichterwart Zander, liebe Mitspieler der Berlin-Liga Volleyball,

Dies ist ein offener Brief, in dem ein Missstand zur Diskussion gestellt wird, der uns als 2. Mannschaft des Rotation Prenzlauer Berg am 5.November 2014 (4. Spieltag der laufenden Saison, Spiel Nr. 28, RPB II vs. MTV Mariendorf) traf und eine Anfechtung der außergewöhnlichen „Sammlung“ von 1 gelben, 4 roten und 2 gelben + roten Karten unmöglich machte.

Zum Hergang:
Wir erhielten von Schiedsrichter XY bei einer Satzführung von 1:0 und einem Punktestand von 0:0 in Satz 2 unsere erste gelbe Karte, da er aufgrund unseres satzvorbereitenden Zusammen-kommens nach der Nummernerfassung auf Spielverzögerung (!!) entschied. Diese kleinliche Herangehensweise setzte sich im gesamten Satz 2 durch rote Karten gegen die Mannschaft beim Stand von 0:6 und 19:23 fort, wobei sich unsere Spieler offensichtlich nicht korrekt in der linken hinteren Ecke des Feldes („Aufwärmzone“) aufhielten. Die aus unserer Sicht einzige, möglicherweise gerechtfertigte rote Karte wurde uns beim Stand von 20:24 erteilt, als unser Spieler Thoralf Rößler mit der falschen Trikotnummer eingewechselt werden sollte, jedoch nicht wurde, da er vom Schiedsgericht auf diese Unstimmigkeit hingewiesen wurde. Wären wir nach diesem Satz der Aussage Schiedsrichter XY gefolgt, hätten wir das Spiel an dieser Stelle abbrechen müssen, da es seiner Meinung nach aufgrund dieses Vorfalls 0:3 gegen uns gewertet würde.
Ungeachtet dieses nur an formalen Kriterien orientierten Verhaltens kam es zum Tie-Break, in dem Schiedsrichter XY beim Stande von 12:11 eine fatale Fehlentscheidung fällte. Er überstimmte sowohl seinen Linienrichter als auch seinen zweiten Schiedsrichter, obwohl diese ihre Sichtweise durch Handzeichen entschieden anzeigten (und wesentlich näher „am Ball“ standen, da sich die fragliche Situation auf unserer Position IV beim 2.Schiedsrichter abspielte) und entschied gegen uns. Den emotionalen, lauten Ausruf „Nein, das kann doch nicht sein!“, den unser Libero außerhalb des Feldes auf der Auswechselbank mit vom Schiedsrichter weg und zur Wand gerichtetem Gesicht tätigte, brachte diesem die nächste rote Karte ein. Anstatt 13:11 stand es nun 12:13 und der Tie-Break ging verloren.
Dass unsere Sportfreunde Raatz und Leonhardt Redebedarf hatten, ist nur zu verständlich. Dieser Wortwechsel fand während der Verabschiedung beider Mannschaften am Netz statt und stand unter dem emotionalen Eindruck des zuvor Geschehenen. Es gibt jedoch keinen einzigen Zeugen (weder von RPB II noch von MTV) der bestätigen könnte, dass von unseren Spielern ein ausfallendes oder gar aggressives Verhalten ausgegangen ist, wie von Schiedsrichter XY später angegeben und als Begründung für die Disqualifikation (gelbe + rote Karte) herangezogen. Die Aussage, dass dieser sich bedroht gefühlt habe, ist durch keinerlei Aussagen oder Tatsachen zu belegen. Es wurden weder Schimpfworte noch Beleidigungen ausgetauscht, es wurde nicht geschrien und körperlich bedrängt wurde Schiedsrichter XY schon gar nicht. Eher reagierte besagter Schiedsrichter ausgesprochen herablassend, indem er zuerst fragte, was wir denn eigentlich von ihm wollten und anschließend riet, doch einfach die Protokolle zu unterschreiben und ihn in Ruhe zu lassen.
Die von Schiedsrichter XY „ausgesprochenen“ Sperren hätten mit dem getrennten Zeigen einer gelben und roten Karte einhergehen müssen, die jedoch keiner der fraglichen Spieler zu Gesicht bekam. Schiedsrichter XY entschied vielmehr, diese Sperren nur im Protokoll zu vermerken. Unsere Spieler wurden erst in dem Moment, als unsere Mannschaft die Aufstellung für das folgende Spiel gegen den BVV formieren wollte, von den Schiedsrichtern des MTV Mariendorf darauf hingewiesen, dass sie offensichtlich eine Disqualifikation erfahren hatten.
Da aus unserer Mannschaft bis dato niemand mit einer solchen Bestrafung Erfahrung hatte, fragten wir das Schiedsgericht von MTV Mariendorf, ob unsere Spieler für das anstehende Spiel gegen BVV II gesperrt seien, was diese verneinten. Staffelleiter Gerhard Siebert informierte unsere Mannschaft ca. 2 Wochen später, dass dies jedoch der Fall gewesen sei und wir dieses Spiel trotz des nicht schuldhaften Rechtsbruchs am grünen Tisch mit 0:3 verloren hätten (auf dem Spielfeld 3:1).

Wir stellen Folgendes zur Diskussion:
1) Der Volleyball-Verband Berlin sollte sich mit der Frage beschäftigen, ob eine Übernahme der internationalen Regel hinsichtlich der Sanktion von „aggressivem Verhalten“ auf die Spielklassen unterhalb der Regionalliga (Spieltag mit 3 Mannschaften) sinnvoll ist. Unsere beiden o.g. Spieler wurden für das nachfolgende Spiel gegen BVV II durch einen Spieler des BVV II gesperrt, wobei die Frage nach einem Interessenkonflikt zu stellen ist. Es wäre sinnvoll, die Sperren ab dem nächsten Spieltag und nicht für das nachfolgende Spiel gelten zu lassen.
2) Es gibt zwei Fälle, die als besonders schwerwiegendes Vergehen gelten und mit einer sofortigen Sperre geahndet werden: agressives Verhalten und tätlicher Angriff. „Tätlicher Angriff“ kann durch umstehende Personen, die Zeugen dieses Verhaltens sind, belegt werden und zieht u.E. vollkommen berechtigt eine sofort wirksame Sperre nach sich. Bei der Aussage des „aggressiven Verhaltens“ sollte es jedoch eine sinnvolle Möglichkeit der Anfechtung jenseits der Prüfung, ob formale Fehler des Schiedsrichters vorliegen, geben. Bei einer Anschuldigung, die eine Sperre von 4 – 12 Spiele zur Folge hat, darf sich kein Schiedsrichter hinter das Argument der „Tatsachenentscheidung“, das keinen Einspruch zulässt, zurückziehen dürfen.

Dass Schiedsrichter XY schon mehrfach seine normative Sichtweise auf das Volleyballspiel demonstrierte und sich für unser Spiel Nr. 28 offenbar eine bestimmte Vorgehensweise zurechtgelegt und diese ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Situation umgesetzt hat, ist zwar ärgerlich, wird jedoch durch die vorstehend zur Diskussion gestellten Punkte begünstigt. Schiedsrichter zu sein ist ein (meist) wenig beachteter, manchmal anerkannter, in jedem Fall jedoch unverzichtbarer Bestandteil des Volleyballspiels, der kaum genug gewürdigt werden kann. Um so ärgerlicher ist es, wenn ein Schiedsrichter die eigene Person in den Vordergrund drängt und das Spielfeld für die Darstellung seiner Regelkenntnis und Machtfülle missbraucht. Es wäre wünschenswert zu prüfen, ob XY den Anforderungen, die die Berlinliga an Schiedsrichter stellt, entspricht.

Mit sportlichen Grüßen
Tomas Vanca für die Mannschaft von RPB II


Letzte Änderung: 12.11.2014 um 17:36 (1)
Verfasst: 2014-11-12
andre
Hallo Tomas,

nach Rücksprache mit dem Landesspielwart haben wir den Namen des Schiedsrichters in XY geändert.

Gerne soll hier über den Vorfall sachlich diskutiert werden, es soll aber niemand namentlich bloßgestellt werden.

Gruß
André Zander

Verfasst: 2014-11-12
andre
Hallo Tomas,

gerne äußere ich mich auch öffentlich zu Deinem Beitrag:

Bereits am 6. Oktober habe ich die beteiligten Mannschaften MTV und RPB II mit dieser Mail über den Vorfall am 5. Oktober (nicht November) informiert:

******************************************************
Hallo,

wir möchten Euch darüber informieren, dass wir gestern mit Stefan Kreuschner einen Schiedsrichterausbilder inkognito vor Ort angesetzt haben, der einen Bericht über das gestrige Spiel verfasst hat. In einer einstündigen Telefonkonferenz hat heute der LSRA u.a. auch dieses Spiel intensiv analysiert und wird seine Schlussfolgerungen daraus ziehen.

Ihr könnt Euch sicher sein, dass wir Eure Klagen wegen dieses Spieles und vergangener Spiele sehr ernst nehmen.

Bitte informiert Eure Mannschaftskameraden über meine Mail.

Gruß
André
*******************************************************

Dem ist heute auch nach einem Monat nichts hinzuzufügen.

Gruß
André
Verfasst: 2014-11-13
sprawi1969
Themenersteller
Hallo André,

Danke für die Berichtigungen. Wie schon geschrieben, ist die "überzogene" Auslegung des Regelwerks durch Einzelne zwar ärgerlich, jedoch nicht auszuschließen - und sollte es auch nicht sein! Es ist großartig, dass sich Leute dazu bereiterklären, sich in ihrer persönlichen Freizeit zu exponieren und damit den Wettkampfbetrieb ermöglichen. Der geschilderte Fall dient gewissenmaßen nur als Anlass zu weitergehenden Überlegungen.
Die Frage ist nun: Wie kann eine allseits befriedigende Lösung aussehen, wenn es zu einem Fall wie dem vorstehend geschilderten kommt? Und sollten nicht im Vorfeld Maßnahmen wie die unter den Punkten 1 und 2 erörterten ergriffen werden, damit sich solch ein Fall gar nicht erst in dem Ausmaß entwickeln kann, wie er es dann tat?

Gruß
Tomáš
Verfasst: 2014-11-13
lowrey
Hallo Tomáš, Hallo an alle anderen,

grundsätzlich finde ich es sehr verwunderlich, dass sich immer nur die Mannschaften beklagen die "benachteiligt" wurden.
Jeder Schiedsrichter hat in seiner Auslegung der Regeln eine gewisse Freiheit. Bei Sanktionen entscheidet natürlich auch das persönliche Empfinden sehr stark. Daher gibt es eben Schiedsrichter die niemals Sanktionen einsetzen und es gibt welche, die dies eben öfter tun.
Wenn man das vorher weiß, kann man sich schon vor dem Spiel darauf einstellen und entsprechend reagieren. Merkt man das ganze erst im Spiel, muss man sich eben dann dort zurücknehmen.
Gerade im Männervolleyball sind die Emotionen teilweise sehr stark ausgeprägt. Jedoch sollte der Respekt gegenüber allen Beteiligten (und somit auch gegenüber dem Schiedsgericht) niemals auf der Strecke bleiben.
Als Spieler, Trainer und Schiedsrichter kenne ich (wie viele andere auch) alle Seiten und weiß, dass es nicht immer einfach ist seine Emotionen zu kontrollieren. Dennoch sollte es eine Grenze geben. Und die liegt eben im Ermessen des Schiedsrichters. Gerade bei persönlichen Angriffen. Sei es verbal, per Gesten oder eben tätlich.
Was meiner Meinung nach immer möglich sein muss, ist sich nach dem Spiel miteinander zu verständigen. Gegebenfalls lässt man dazu erstmal das Geschehene Revue passieren und nimmt sich ein bisschen Zeit für sich, bevor man eine Diskussion mit dem Schiedsrichter anfängt. Denn auch ein entsprechender Gesichtsausdruck und die passende Bewegung auf den Schiedsrichter zu kann aggressiv wirken.

Eine Frage die man sich auch immer stellen sollte ist meiner Meinung nach: War es wirklich diese eine, zwei oder eben vielleicht auch vier Fehlentscheidungen die das Spiel entschieden haben? Es gibt genug Möglichkeiten in einem gesamten Spiel, das Ding für sich zu entscheiden. Leider heißt es am Ende dann immer wieder: "Anstatt 13:11 stand es nun 12:13 und der Tie-Break ging verloren."

Ich finde es sehr fragwürdig ob man sich immer wieder beschweren muss über einzelne Schiedsrichter oder Entscheidungen oder eben bestimmte Regeln und Mechanismen. Wir verzeichnen in Berlin generell einen Rückgang der Mannschaften. Schiedsrichter gibt es (nach meinem Gefühl) auch immer weniger. Und denen, die noch pfeifen muss das noch unattraktiv und kaputt gemacht werden.

Meiner persönlichen Meinung nach sollten sich Schiedsrichter öfter trauen Spieler zu Sanktionieren. Denn der Umgang mit den Schiedsrichtern ist leider viel zu oft alles andere als akzeptabel.
(Da ich nicht anwesend war, möchte ich mir kein Urteil über euren Fall erlauben!!!)

Gruß

Mike
Verfasst: 2014-11-13
sprawi1969
Themenersteller
Hallo Mike,

die Überlegungen zum Tie-Break sind natürlich müßig: Nur wurde uns die Möglichkeit einer unbeeinflussten Niederlage genommen – wenn ich das mal akademisch formulieren darf. Die Art und Weise, wie Schiedsrichter XY agierte, stellte eine nicht unerhebliche Einflussnahme auf eine entscheidende, finale Spielsituation dar. Aber darum geht es nicht, denn in solch einer Situation hat sich sicher jeder schon einmal befunden und jeder (auch wir) war schon einmal Nutznießer einer solchen Entscheidung.
Weder kann ich eine Aussage dazu treffen, ob sich immer mehr Mannschaften über eine Benachteiligung beklagen, noch zum Thema „Rückgang der Schiedsrichter“. Ich kann nur für mich und unsere Mannschaft sprechen, die sich in den letzten 10 Jahre (so lange spiele ich für RPB II) noch nie (!) über irgendjemanden beschwert hat. Ich habe mich ganz im Gegenteil über all die Jahre nach dem Spiel immer ausdrücklich bei denjenigen Schiris bedankt, deren Leistung ich als gut empfand. Anerkennung und Lob für diesen harten Job ist die Währung, mit der wir als Spieler niemals geizen sollten. Ich möchte hier (und nun wirklich zum letzten Mal) klarstellen, dass es nicht um eine allgemeine Schiedsrichterschelte geht, sondern um einen Einzelfall, der entsprechende Überlegungen zur Organisation des Spielbetriebs mit sich bringt.
Und ja: man sollte auf jeden Fall immer wieder Regeln und Mechanismen hinterfragen, da diese nicht per se und für alle Zeiten existieren und auch keinen Selbstzweck erfüllen, sondern für uns Menschen gemacht sind, die mit ihnen klarkommen müssen und die unser Leben (oder eben auch den Sport) in geregelten Bahnen verlaufen lassen sollen.

Beste Grüße
Tomáš
Verfasst: 2014-11-14
Abrafax
Ich erhalte in letzter Zeit immer mehr Anfragen, ob ich als Schiedsrichter für die eine oder andere Mannschaft pfeifen kann, um dann an dem Tag gleich die Anfrage für den nächsten Spieltag zu bekommen. Hier stimmt was grundsätzlich nicht. Jede am Spielbetrieb teilnehmende Mannschaft sollte verpflichtet werden, eigene Spielerinnen zu Schiedsrichtern ausbilden zu lassen.
Selbst für die Bezirksklasse halte ich es dringend notwendig, dass auch der 2. SR eine Lizenz D haben sollte, um überhaupt mal ein Verständnis für die Regelkunde des 2.SR zu bekommen. Der Blick folgt meistens dem Ball und nicht den Aktionen am Netz...

Ansonsten ist es ja schon beschrieben: Jeder SR ist ein Individuum mit eigenem Charakter. So sollte man sich eben auch auf die SR einstellen können. Wenn ein SR sofort eine gelbe Karte verteilt, weil man sich nach einer Blockaktion " zu sehr in Richtung Gegner " gefreut hat, dann dreht man sich bei der nächsten Aktion um und freut sich mit den Mitspielern...

Eine Profilierungssucht unter den 1. SR habe ich bisher nicht in dem Maße feststellen können. Meistens sind es doch immer die gleichen, die man dann schon seit Jahren kennt.
Verfasst: 2014-11-14
niehels
Hallo zusammen,

warum hier Tomas im Namen unserer Mannschaft riesigen Aufwand betrieben hat, den Fall sachlich darzustellen und die Diskussion zu suchen; ist nicht, weil ein Schiedsrichter aus der subjektiven Sichtweise einer Mannschaft "ein paar (mögliche) Fehlentscheidungen" getroffen hat.

Nachdem der erste Ärger bei uns verraucht war und wir in einer ruhigen Atmosphäre zusammensaßen, stellte ich die Frage: "Mal alles emotionale bei Seite lassend, habt das Gefühl mit Absicht (!!) verschiedst worden zu sein?"

...und wirklich jeder der 12 Spieler sagt da "JA" und auch unser Gegner dieses Spiels möchte von diesem Schiedsrichter nie mehr gepfiffen werden...

...das wir uns nicht falsch verstehen: ich bin seit 20 Jahren selber Schiedsrichter und natürlich müssen die Schiedsrichter geschützt werden... Deshalb sind wir ja verblüffter, dass, wenn es - für uns auch einmalig - anders herum kommt, wir eigentlich keine Handhabe haben...

Keiner unserer Mannschaft hat Lust & Zeit Diskussionen zu führen, wenn mal was nicht ganz so läuft, weil wir eigentlich alle nur Volleyballspielen wollen...

Das wir es doch getan haben, sollte für sich sprechen...

Beste Grüße,
Niels Kunath RPB
Verfasst: 2014-11-14
p.ulrich
Liebe Sportfreunde,

wenn sich Volleyballerinnen oder Volleyballer durch das Schiedsgericht in der Freude an der Ausübung ihres Sports so massiv gestört fühlen, dass man sich mit einem offenen Brief an die VolleyballerInnengemeinschaft wendet, sollte das natürlich Anlass zum Nachdenken geben.

Dennoch sollte man sich selbst, vor allem für eine konstruktive Diskussion auch folgende Fragen stellen:
1. Was möchte ich erreichen - und für wen?
2. Ist der offene Brief der richtige Weg das Ziel zu erreichen?
3. Schade ich dem Sport oder Sportfreunden unter Umständen?

Nils legt dar, dass Tomas "den Fall sachlich darzustellen" versucht hat. Den Weg der Sachlichkeit halte ich für richtig, da stimme ich Nils zu. Leider wurde dieser Weg schon mit Beginn der Diskussion nicht beschritten. Der offene Brief, wie er genannt wurde, ist persönlich, sogar so persönlich, dass André den Namen des Betreffenden anonymisiert hat.

Vielleicht sollten wir versuchen, wieder auf die Ebene der Sachlichkeit zurück zu kommen. Ein Weg dorthin könnten direkte Gespräche, vermittelte Gespräche, Telefonate, Emails o.Ä. sein. Jemanden in einem Internet-Forum öffentlich an den Pranger zu stellen, schadet doch allen Beteiligten und auch dem Sport. Oder seht ihr das anders?

Ich biete meine Unterstützung an, möchte mich jedoch nicht an einem öffentlichen Schlagabtausch beteiligen.

Mit sportlichem Gruß
Patrick Ulrich
(Vorsitzender der Schiedsstelle des VVB)


Letzte Änderung: 15.11.2014 um 07:35 (2)
Verfasst: 2014-11-15
sprawi1969
Themenersteller
Sehr geehrter Herr Ulrich,

ich begrüße es sehr, dass sich neben Herrn Zander, der das Forum betreut und es daher von Berufs wegen liest und die Beiträge kommentiert, ein weiterer Verantwortlicher des VVB äußert.
Im Prinzip unterstütze ich ihre Äußerungen, erlaube mir jedoch aufgrund der Tatsache, dass sie im Zusammenhang mit dem von mir verfassten Offenen Brief geäußert wurden, ein paar diesbezügliche Bemerkungen.

Der Vorwurf der Unsachlichkeit ist schnell getätigt und nur sehr schwierig zu entkräften. Sicherlich reicht die von Ihnen angeführte Nennung eines Namens dafür keinesfalls aus. Das Sie das als „öffentlich an den Pranger stellen“ interpretieren, finde ich sehr bedauerlich und geht leider an der Intention des von mir verfassten Briefes vollkommen vorbei. Ich zeichne diesen gesamten Dialog gleichfalls mit meinem vollen Namen und setze mich damit der Meinung aller Lesenden und Mitspieler der Landesliga Herren aus. Ihren Vorwurf der Unsachlichkeit muss ich daher entschieden zurückweisen. Das Benennen der Sachlage sowie der dafür Verantwortlichen ist im Gegenteil der Versuch, keine Pauschalfeststellungen und Allgemeinphrasen in das Forum zu geben, sondern anhand eines konkreten Beispiels eine Sachlage zu schildern. Noch sachlicher geht's nur, wenn ich eine DIN-Norm verfasse. Dass Herr Zander den Namen des Schiedsrichters in XY geändert hat, um eine namentlichen Bloßstellung und damit befürchtete, weitergehende Kommentare zu verhindern, finde ich verständlich, ändert aber nichts an dieser Feststellung.

Und persönlich ist dieser Bericht natürlich: Ich war Beteiligter und Betroffener des geschilderten Vorfalls – wie sollte dessen Schilderung da nicht durch meine persönliche Sicht gefärbt sein? Nichtsdestotrotz stimmen die Daten und Fakten (bis auf den 5.November, der ein 5.Oktober war) und ich traue es jedem Leser zu, diese von meinen gegebenenfalls emotional gefärbten Interpretationen unterscheiden zu können. Gerne tausche ich mich auch weiterführend mit Ihnen über Textsorten und deren Lesarten aus, ich fürchte nur, dass dieses Forum dafür nicht der passende Ort ist.

Zu ihren Vorschlägen bzgl. einer konstruktiven Diskussion:

ad 1. Die in den am Ende meines Briefs aufgeführten Punkte 1 und 2 stellen u.E. „Fehlstellen“ im System dar, die zu Interessenskonflikten führen können. Diese sollten im Interesse aller am Wettkampfbetrieb teilnehmenden Spieler und Mannschaften entsprechend überdacht werden.

ad 2. Wenn Sie mir einen diesbezüglichen Ansprechpartner oder eine Gremium im VVB benennen, bin ich gerne bereit, unser Anliegen an dieser Stelle vorzutragen.

ad 3. Ich befinde mich weder in der Position zu entscheiden, ob ich „dem Sport“ schade, noch bin ich bereit, diese Art der Selbstzensur bei der Darlegung eines Falles, bei dem die Dinge so liegen, wie geschildert, auszuüben. Dafür, dass „Sportfreund“ XY kein Schaden widerfährt, hat Herr Zander gesorgt.

Das führt mich direkt zur Ebene der Sachlichkeit, die ich bis zu Ihrem Kommentar nie verlassen zu haben glaubte: Gern nehme ich ihre Unterstützung an und bin für Vorschläge, wie diese aussehen könnte, offen.

MfG
Tomáš Vanča
Verfasst: 2014-11-15
p.ulrich
Lieber Tomas,
wie bereits angekündigt, beteilige ich mich nicht an einem Schagabtausch hier im Forum, habe deine Antwort jedoch zur Kenntnis genommen.
Gern tausche ich mich mit dir zum Thema aktive Teilnahme an Gremien und Prozessen des VVB abseits des (öffentlichen) aktiven Spielbetriebs aus.

Wenn du möchtest, kannst du mich per Email kontaktieren:
[unsere Sportart] at patrickulrich.de.
Weitere Kontaktwege können wir dann bilateral absprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Ulrich

Letzte Änderung: 15.11.2014 um 21:23 (1)
Verfasst: 2014-11-26
spowi68
Liebe Freunde unseres Sports,

als ebenfalls direkt Betroffener der die Diskussion auslösenden Ereignisse möchte ich mich gar nicht weiter zu den Details, sondern nur Gedanken äußern, die mir durch den Kopf gegangen sind, nachdem der ganz große Ärger über die erste Bestrafung in meiner Spielerkarriere verraucht war:

Vorweg will ich auch noch einmal ausdrücklich die Anerkennung ausdrücken, die wir Spieler (die wir zum Teil selbst das Schiri-Dasein kennen) denen gegenüber empfinden, die sich der Situation als Entscheider hitziger Männer-Spiele aussetzen!

Zum Glück ist es höchst selten der Fall, dass BEIDE Teams mit der Leistung des Schiris unzufrieden sind.
Wenn das allerdings doch einmal der Fall ist, sollte dies zu Denken geben (haben das wirklich die Spieler provoziert oder hat die Schiri-Leistung dazu geführt?). Wenn ein Schiri dann ein gewisses Maß an Gesprächsbereitschaft mitbringt und damit signalisiert, dass auch die Spielenden und der reibungslose Ablauf eines Spiels ein Mindestmaß an Respekt verdienen, kann man über so eine unglückliche Leistung gern hinwegsehen: wer ist schon fehlerfrei?!
Zeigt jemand auf Kritik überhaupt keine adäquate Reaktion, darf meiner Meinung die Frage gestellt werden, ob es nicht irgendeine Form der -zumindest- Evaluation der Leistung geben sollte, um zu Konsequenzen zu kommen. So etwas muss sich ja nicht häufen, da besteht doch sicher Einigkeit!

Wenn mein Team verliert, muss ich als Spieler meine Leistung hinterfragen. Wenn 2 Teams mit meiner Schiri-Leistung unzufrieden sind, sollte ich das als Schiri ebenfalls tun.
Wer das nicht kann. sollte schnell dazulernen (der Betroffene ist ja noch jung genug) oder die Sache den anderen überlassen, die das beherrschen.

Friedliche und sportliche Grüße
Thomas Raatz



Verfasst: 2014-11-26
Sven
juhu.. endlich wieder Niveau im Forum *ironiemodus*

Eröffnet doch einfach einen sachlichen Thread ala "Wie schaffen wir es mehr Schiedsrichter für den Sport zu gewinnen".. fügt Konzeptvorschläge bei, engagiert euch in den zuständigen Gremien etc.. wäre zukunftsorientierter als emotionales destruktives Abladen.
Verfasst: 2014-11-27
fernsehvolley
Hallo, ich melde mich als Schiedsrichter auch mal zu Wort, zwar nur C aber gelegentlich geht es auch bei uns heiß her.
Ich finde nicht, dass hier Ironie oder destruktives Abladen vorrangig vorhanden sind. Sehr interessiert verfolge ich dieses Thema. Auch bei uns gibt es gelegentlich Schiedsrichter, die sich als Könige der Halle sehen.
Ich fahre gut damit auch mal eine Entscheidung kurz mit dem 2. zu besprechen und mich auch mal zu korrigieren, bin auch nur Mensch. Wie das hier eskaliert ist, und dass man dagegen nichts tun kann, finde ich nicht in Ordnung und ist sicher nicht förderlich für den Sport. Totschweigen sicher jedoch auch nicht.
Es gibt ja dazu die Meldung vom Herrn Zander, unter anderem :
"In einer einstündigen Telefonkonferenz hat heute der LSRA u.a. auch dieses Spiel intensiv analysiert und wird seine Schlussfolgerungen daraus ziehen."
Ich glaube, viele würde interessieren, was diese sind, was das also für den konkreten Fall bedeutet, ohne die Personen angreifen zu wollen.
Und wenn dann also sogar der glückliche Fall vorhanden ist, dass ein Schiedsrichterausbilder vor Ort war, dann würde mich und sicher auch andere dieser Bericht ungemein interessieren. Das ist doch ein Glücksfall, wenn man einen objektiven Beobachter vor Ort hatte.

Sachliche Diskussionen sollte man aus meiner Sicht nicht einfach abwürgen durch Unterstellungen wie "Ironie" und "destruktives Abladen", das ist schnell gemacht. Immer wieder wird betont, dass es Anerkennung für die Schiedsrichter gibt. Zur Eskalation gehören jedoch immer Mannschaften und Schiedsrichter und es sei erlaubt, das anzusprechen und nach Lösungen suchen zu wollen.

Nichts anderes ist hier aus meiner Sicht geschehen.

Sportliche Grüße
Bert Scharrahs, SG Fernsehen
Verfasst: 2014-11-27
niehels
@Sven: ist Dir aufgefallen, daß alle Ihren vollen Namen druntergeschrieben haben, nur Du nicht?!

Ich werde Dich trotzdem mal ernst nehmen und hinterfrage Deine Bemerkung mit dem Threat zur Schiedsrichtergewinnung: Willst Du damit sagen, dass man erst neue Schiedsrichter (gilt ja auch für Trainer) gewinnen muß, bevor man gegen einen vermeintllich unfähigen vorgeht? ergo Du würdest Dich gegen unsachgemäße Behandlung von z.B. Ordnungshütern, BVG-Kontrolleuren (nur als Beispiel....) erst wehren, wenn Du Ersatz fürs Ordnungsamt bzw. für die BVG besorgt hast... interessanter Ansatz...man könnte auf die Idee kommen, dass Du im "Ironiemodus" warst...

2 allgemeine Bemerkungen möchte ich noch machen:

1. Seit es diesen Eintrag hier gibt, haben mich an Spieltagen sofort 6 Trainer angesprochen - davon hatten 4 sofort ähnliche Erfahrungen mit diesem Schiedsrichter!!

2. warum dieser Threat auch wichtig ist: obwohl mind. 3 verschiedene Verantwortliche unserer Mannschaft mit Verantwortlichen des VVB gesprochen haben und uns versichert wurde, dass wohl scheinbar das Problem bekannt zu sein scheint, ist dieser Schiedsrichter meines Wissens nicht mal vorübergehend gesperrt worden...

Beste Grüße, auch an Sven
Niels Kunath
Verfasst: 2014-11-28
Ingo
Hi,

Ich habe das Gefühl, dass das eigentliche Anliegen des Verfassers hier aus dem Ruder läuft.
Es driftet von einer Diskussion über Schiedsrichterverhalten ab zu Sperre des entsprechenden Schiedsrichters.

Die Entwicklung und die Forderung finde ich komplett daneben.

Diskutiert werden sollte eher ob die Regelung, dass Situationsentscheidungen unantastbar sind abgeändert werden soll.
Denn diese Regelung lässt in diesem Fall eben keinen Spielraum für Protest gegen den Schiedsrichter zu.

Die auslösende Spielsituation ist vergangen und aus dieser muss nun gelernt werden.
Zum einen sollten alle Beteiligten gelernt haben eine Diskussion über die Schiedsrichterleistung erst nach dem Spiel zu führen (heißt wenn das Spielprotokoll abgeschlossen ist).
Andererseits diesem speziellen Schiedsrichter auch eine spezielles Verhalten gegenüber zu zeigen um solche Situationen zu vermeiden.
Auch der Verband als Dienstleister der Vereine muss seine Leeren und Folgerungen daraus ziehen. Hier wäre ich persönlich für mehr Beobachtungen und dies nicht nur ab B-Lizenz. Aber da kommt die Frage nach dem Personal, der Zeit und den Kosten auf die Dies in Anspruch nehmen würde.

Vielleicht würde es auch ab und zu schon helfen sich auf den Freizeitgedanken hinter unserem Sport zu besinnen um einige brenzlige Situationen zu umgehen.

Sportliche Grüße
Ingo Romann
Verfasst: 2014-12-01
Sven
@niehels: schade das es in deiner Betrachtung erneut nur um eine persönliche Bewältigung eines Einzelfalles geht und ich damit Ingo voll zustimme, dass hier eine sachliche Diskussion um Zukunft nicht im Vordergrund steht im Thread.
Die Diskussion, wie wir das Schiedsrichterwesen verbessern könnten wird sicherlich nicht gefördert mit:
- "representativen" Umfragen (4 von 6 Leuten die ich kenne geben mir Recht das ein Schiedsrichter schlecht pfeift)
- andere Meinung nicht ernst nehmend zu wollen weil Sie ihren Personalausweis hier nicht veröffentlichen und dabei auch noch fehlerhaft zu analysieren, dass hier alle etwas machen nur ich nicht, was einem geneigten Blick als falsch herausstellt und eh egal ist in einer inhaltlichen Diskussion um die Zukunft der Schiedsrichter
- generelle Themen (wie kriegen wir mehr Schiedsrichter) mit "ich will im Einzellfall meine Genugtuung erhalten" ins Lächerliche zu ziehen
Bei dieser Art muß man eine obige Spieltagsberichterstattung schon hier und da leider in Frage stellen...

Und an der Art der Themendarstellung des Einzelfalles kann ich gut verstehen, warum es wohl in der Halle so emotional zu ging und hinterfrage ob die Ankläger etwas gelernt haben im Umgang mit Emotionalität und warum Schiedsrichter immer weniger Interesse haben und immer weniger Eherenamtliche Funktionen wahrnehmen wollen..

Und ja... durch Masse entsteht Klasse, aber nur meine Meinung.
Aber den Thread könnte man ja auch erweitern um die Fragestellungen, wie man die Regelkenntnisse der Spieler (und Trainer) erhöhen könnte und einen respektvollen Umgang mit den Schiedsrichtern fördern kann.

Ich bin froh das ich überregional solche Negativemotionen in der Halle eigentlich nicht mehr erleben muß...

Ich möchte Andre an dieser Stelle auch mal einen Dank sagen für seine langjährige Tätigkeit fürs Schiedsrichterwesen !!
Verfasst: 2014-12-02
niehels
@Sven: ja, es geht konkret um diesen Fall - den fanden wir als Team so schwerwiegend, dass wir nach dem Weg über André Zander und Gerhard Siebert den Weg über das Forum genommen haben. Es ist tatsächlich wie in der Politik: ein Teil unseres Teams hat gewarnt, dass man das eh runterspielt und uns vorwirft, dass wir quasi "unsere Genugtuung" erhalten wollen und tatsächlich passiert dies auch... Ich kann mich nur wiederholen: ich spreche dies hier an, nicht weil wir verloren haben oder uns ungerecht behandelt gefühlt haben, sondern wir weil unabhängig voneinander der Meinung sind, hier verpfeift ein Schiedsrichter MIT ABSICHT ein Spiel; dann sollte man konkret auch gegen diesen Schiedsrichter vorgehen und, wenn man als Verband es gut meint, sicherstellen, dass dies in Zukunft möglichst nicht wieder vorkommt oder man als Team dagegen Möglichkeiten hat, einzuschreiten... und auch Sven, wenn Du alles negativ auslegen wirst, ich probiere es noch mal: wir sind keine testosterongesättigten Ultras sondern 18 Spieler aus allen Gesellschaftsschichten, die meisten mit Familie, die seit mindestens 20 Jahren Volleyball spielen, also wenn Du willst, die Kompetenz von mind. 3000 Ligaspielen und die sowas noch nicht erlebt haben... André Zander und Patrick Ulrich, die ich beide sehr schätze, nehmen uns auch deshalb ernst, weil sie uns schon lange kennen... Ich selbst bin seit 20 Jahren Schiedsrichter und kann die Situation auch aus der Schiedsrichtersicht gut beurteilen...
Und um es für Dich noch mal bildhaft zu machen: der Polizist ist unser Freund und Helfer, seine Arbeitsbedingungen sind meist schlecht, die Bezahlung ist nicht angemessen und sein Image oft ungerechterweise schlecht und man sollte Ihn, den Polizisten, in allen Dingen unterstützen - es gibt aber leider auch unter Polizisten Idioten, die die Uniform ausnutzen und Ihre Kompetenzen klar überschreiten; was hoffentlich bei uns nicht so oft vorkommt wie übern Teich... aber wenn, dann wünsche ich mir als Bürger: erstens - das genau dieser Polizist bestraft wird und zweitens dass Maßnahmen ergriffen werden, die Wahrscheinlichkeit zu verringern...
Dito.

Beste Grüße,
Niels Kunath
Verfasst: 2014-12-02
Putzer
@Sven: Ich kann Ihnen versichern, dass die negativen Emotionen durch den Schiedsrichter herbeigeführt wurden. Ich hoffe der Umstand, dass ich zu den 'Nutznießern' der Karten gehöre, spricht mich vom Generalverdacht der persönlichen Bewältigung frei.

Nichtsdestotrotz sollten wir vielleicht wirklich mal Ideen sammeln, wie man solche Vorkommnisse in Zukunft vermeiden kann, bzw. die Schiedsrichtersituation ein wenig entspannen kann.

Ich z.B. schrecke vor den 2+ Jahren zurück, die ich mir ans Bein binden müsste um eine Lizenzstufe zu erhalten, mit der ich in der BLL ein Spiel leiten kann. Leider ist mir keine Möglichkeit bekannt, dies zu beschleunigen. Ich fände es also schön, wenn eine Art Expressausbildung ins Leben gerufen würde. Die nötigen Spiele könnten ja vielleicht im Zuge einer Jugendmeisterschaft abgeleistet werden.

MfG
Jens Priehn
Verfasst: 2014-12-02
Sven
daumen hoch für eine ehrliche gute zusammenfassung deiner situation
wobei ich mich mit einem augenzwinker bei den "3000 dino-liga-spielen" an meine mutter erinnern muß, die auf die frage, wie lange sie noch autofahren möchte mir gerne antwortet, dass sie doch seit über 40 jahren unfallfrei auto fährt ;)

und nein negativ will ich nichts reden, weil ich zum einzelfall gar nix sagen kann und will...
ich selbst habe als trainer schon karten aller farben geerntet und bin da nicht stolz drauf, ich habe es in der situation für erforderlich gehalten so zu agieren oder habe einen schiedsrichter gehabt, der mir eine unbedingt geben wollte - sprich wie bei euch- im konkreten eine rote karte bekommen habe, die vor dem spiel sozusagen auch schon indirekt angekündigt wurde - daher kann ich gut nachvollziehen, wie du / ihr euch gefühlt habt.

ich habe mich die letzten jahre mit vielen schiedsrichtern insbesondere international über emotionen im spiel unterhalten - und erstaunliche einsichten bekommen, weil viele schiedsrichter zu selten ein blick für emotionen haben, warum sie entstehen, wie sie sich aufschauckeln können - in beobachtungsspielen kann man als trainer gut mit schiedsrichtern gut an beispielen live darstellen, warum ein team sich warum wie verhält. das setzt aber vorraus, dass sich schiedsichter öffnen und über das regelwerk insb. der sanktionierungen hinaus mit dem SPIEL beschäftigen und berücksichtigen, dass auch ihr eigenes Zutun der entstandenen Emotionalität begründen könnte. Das heisst natürlich nicht, dass falsches Verhalten von Teilnehmern zu tollerieren ist.
ich habe in deutschland eigentlich nie erlebt, dass ein schiedsrichter mal einen trainer zu seinen leistungen befragt und sich durch dritte meinungen der beteiligten ein feedback für seine selbstreflextion holt. das heisst, entwicklung durch wenig input.

Ich habe für mich viel emotion im agieren in der sporthalle rausgenommen, denn es bringt seltenst positives als ergebnis und ich finde volleyball sollte sich davon trennen, dem gesellschaftlichen trend des "fussballplatz-pöbel-niveau" zu folgen. fussball sport nurmmer 1 hat die gleichen probleme und wir werden sie beim volleyball auch nicht beseitigen können, denn es handeln hier menschen.

und wie gesagt ich kann emotionen gut verstehen, so wurde ich auch selbst nach jahren der eigenen selbstreflektion zur "sinnlos-negativ-emotion" vor paar jahren bei einer weltmeisterschaft im ko-spiel bei einem matchball verpfiffen. sprich unser ball flog beim gegner ins feld. linienrichter zeigen inside. 2. schiri zeigt inside. gegnerische spieler kollektiv am satzbeenden weil verloren ..wir am jubeln und beginnen zu tanzen.. der einzige der es anders sah in der halle war der 1. schiedsrichter (der rein zufällig geographisch dem gegnerland nahe war) und wir spielen dann noch einen fünften satz im anschluß und der volleyballgott hat das spieldann trotzdem für uns ausgehen lassen...
JA in den situationen bist du ohnmächtig
JA .. da kann man aurasten

und? Fazit? dir passiert das überall..egal in welcher sportart und egal auf welchem level, ob mit beobachtungssystem (was subjektiv ist) oder ohne.
und? Fazit? ich glaube mitlerweile dass man einmal solche extremsituation erleben muß, um daraus zu lernen und relaxter durch die sporthalle zu gehen... und man sieht es ja auch wie schon die tage geschrieben auch immer seltener auf höheren leistungslevel diese negativemotionen gegenüber dem schiedsrichter und da gibts auch genug anläße.... soll ich ein spiel als team beenden, wenn ich merke das der schiedsrichter in der 3. liga vor paar jahren seinen kopf und seine reaktion nicht mehr so schnell sind und bälle auf seine seitenlinie nicht gesehen werden?

aber wenn wir nicht genügend schiedsrichter haben, weil sie gesellschaftlich gerne als sündenbock gemacht werden, dann werden wir die qualität kaum steigern können... wir können ja nun nicht alle nach hause schicken weil sie schlecht sind *provoziere*

was bleibt im konkreten fall für dich?
ich würde vorschlagen, dass man vorkomnisse im spielberichtsbogen schreibt, spiele auf video aufzeichnet, sondermeldung an die zuständigen schiedsrichtergremien schreiben - mit der zeit wird man dort dann handeln müssen

aber vom einzelfall losgelöst - du sagst - es wäre erforderlich bei dem 3-spiele-spieltag den subjektiven schiedsrichter aus der direkten einflußnahme auf das folgespiel herauszulösen - intention deiner idee verstehe ich sehr gut - doch wo sollen die externen schiedsrichter herkommen und wer soll sie bezahlen und geht das ganze nicht über die eigentlichen Intention des "breitensports" hinaus.
jedoch votiere ich für eine sofortige sanktionierung für fehlverhalten und kein aufschub auf nachfolgespieltage

@putzer: lizensierungssystem ist auch eine baustelle aber ein teufelskreis - ohne viel und stetige praxis keine entwicklung - daher würde eine expressausbildung sicherlich zu quantitativ mehr schiedsrichtern führen - die qualität würde glaube ich drunter leiden

*sorry für die beitragslänge*

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